"Wie gestalten wir Bildung, Arbeit und Gesellschaft im 21. Jahrhundert wirtschaftlich und sozial, selbstständig und kooperativ? Forum K82 Nachnutzung öffentlicher Liegenschaften für am Gemeinwesen orientierte, selbstständige, kooperative Bildung und Arbeit Im Kontext der gesellschaftlichen Umbrüche wächst derzeit hier in Berlin die Zahl derer, die - freiberuflich orientiert - ein spannungsvolles Wechselverhältnis von ideeller wie gewerblicher, bezahlter und unbezahlter Tätigkeit leben. Doch von der gängigen Wirtschaftsforschung wird das Potential sowohl der neuen Selbstständigen als auch das der ehrenamtlichen Arbeit bisher kaum ernsthaft erfasst. Dabei beträgt, Schätzungen zu folge, allein der Anteil ehrenamtlicher Tätigkeiten 2/3 der insgesamt in Deutschland geleisteten Arbeit. Hiervon werden 50% in den Haushalten und 30 % als BürgerInnenarbeit erbracht. Parallel dazu wird das Wirtschaftspotential der neuen Selbstständigen mittlerweile auf ebenso stark, wenn nicht gar stärker, als das registrierter Firmen geschätzt. Ein Großteil dieser so Tätigen agiert vom heimischen PC aus. Für sie stellt die elektronische Vernetzung zumeist die elementare Möglichkeit der Kommunikation dar. Der direkte Austausch tritt zwangsläufig in den Hintergrund. Trotzdem ist das Bedürfnis nach gemeinsamen Kommunikationsräumen und Kooperation groß. Unter anderem manifestiert sich dies in der großen Nachfrage, die jedes Mal zu verzeichnen ist, wenn ein Standort für kleinteilige, bezahlbare Gewerbeflächen eröffnet. Generell jedoch wird der Immobilienmarkt dieser Nachfrage nicht gerecht, da die Gewinnerwartungen finanziell schwachen Strukturen nicht entsprechen und/oder kein Management für Kleinflächen existiert. Gleichzeitig formiert sich der Gedanke, öffentliche Förderprogramme für Räume im sozialen wie kulturellen Bereich verstärkt einzuschränken oder zu beenden und die (Zwischen-)Nutzung kommunaler Leerstandsflächen zu Betriebskosten als Ausweg in den Raum zu stellen. So stehen in Berlin schon heute z.B. eine wachsende Zahl von Kindertagesstätten und Schulgebäuden in allen erdenklichen Stadtlagen leer und verharren ob zukunftsweisender Konzepte, Nutzerinnen und Nutzer. Vor diesem Hintergrund gründete sich im Sommer 2004 die Initiative Forum K82 - Stadtteilpark und Zentrum für selbstständige, kooperative Bildung und Arbeit und bewarb sich um die Nachnutzung der Gustave-Eiffel-Oberschule, Kastanienallee 82, Berlin-Pankow , Stadtteil Prenzlauer Berg. Die Bezirkspolitik entschied zugunsten eines anderen Bewerbers (Chronologie) Gegenwärtig ist die Initiative in der Arbeitsgruppe nachhaltige Infrastruktursicherung ANIS engagiert und im Zuge dessen mit der Umsetzung des Konzeptes an einem neuen Standort in Berlin-Mitte befasst. |